Mehr Glück für mehr Gewinn

Im dauerhaften Change Prozess der Arbeitswelt 4.0 sehen sich Führungskräfte und Mitarbeiter vor immer neue Herausforderungen gestellt. Stress wird zur permanenten Begleiterscheinung im alltäglichen Arbeitsleben. Mehr Stress bei den Mitarbeitern (und auch bei den Managern) führt jedoch häufig zu verminderter Leistung und folglich auch zu schlechteren Geschäftsergebnissen.

Im Umkehrschluss: Mehr Glück bei den Mitarbeitern führt also zu mehr Gewinn auf Unternehmensseite. Aber wie mache ich meine Mitarbeiter nachhaltig glücklich und sporne sie somit, auch in stressigen Zeiten zur Bewältigung neuer Herausforderungen an?

Inspiriert von der HBR und eigenen Erfahrungen sind hier meine Top 4 für glücklichere und leistungsfähigere Mitarbeiter.

1 – Küren Sie den Mitarbeiter des Monats (oder der Woche…, oder des Tages…)

Kennen wir sie nicht alle, die „Employee of the month“ -Bilder in amerikanischen Filmen? So banal diese Form des Mitarbeiterlobes erscheinen mag, ihre Wirkung ist umso eindrucksvoller. Aber warum eigentlich?

Anerkennung vermittelt ein Gefühl von Sicherheit, Zugewandtheit und Gemeinschaft. Und Sicherheit ist eines unserer menschlichen Grundbedürfnisse. Wo vor vielen tausend Jahren das Bedürfnis nach Schutz in der Gruppe, Schutz vor Tod und Sicherheit auf ausreichend Nahrung maßgeblich waren, sind unserer Bedürfnisse heute komplexer und der Zeit angepasst. Eine glückliche Beziehung, ein sicherer Job, finanzieller Wohlstand… . Der Mehrwert der Befriedigung dieser Bedürfnisse ist jedoch nahezu derselbe: Loyalität, Leistungsfähigkeit, Gesundheit, soziale Verantwortung uvm. Darüber hinaus wird der Ehrgeiz bei den anderen Mitarbeitern geweckt. Denn heimlich stehen wir alle gerne einmal im Rampenlicht.

Aber sollen wir jetzt alle einen Bilderrahmen neben dem Kaffeeautomaten aufhängen? Das wäre, zugegebener Maßen, eine Möglichkeit. Eine Rundmail an das Team oder ein paar Worte zum Mitarbeiter im nächsten Teammeeting sind darüber hinaus nur zwei weitere Möglichkeiten für eine kurzfristige und schnelle Umsetzung. Um sicher zu gehen, dass sich kein Mitarbeiter das Gefühl hat, dass seine Leistung nicht wertgeschätzt wird, sorgen Sie dafür, dass von Zeit zu Zeit alle Mitarbeiter einmal berücksichtigt werden.

2 – Machen Sie Ihre Company Values zum Unternehmensgespräch

Die Platzierung und Integration von Unternehmenswerten oder auch ganz hipp „Company Values“ ist in den letzten Jahren zum Must-Have geworden. Und meiner Meinung nach völlig zurecht. Menschen streben nach Leitlinien und Gemeinschaftswerten, an denen Sie sich orientieren können und auf die sie sich verlassen können. Hierzu wird die Verbundenheit zum Unternehmen größer und die Mission wird zur Gemeinschaftsaufgabe.

Die Gefahr liegt jedoch darin, entweder ein rückhaltloses Unternehmensleitbild zu formulieren oder sich im Wertedschungel zu verlaufen. Die Werte sollten zum Unternehmen passen – im besten Fall waren die Mitarbeiter an der Entstehung beteiligt – und sie sollten nicht nur im Intranet oder auf der Webseite hübsch aussehen, sondern in der täglichen Arbeit und im täglichen Miteinander gelebt werden. 

3 – Steigern Sie das Wohlbefinden ihrer Mitarbeiter

Viel lächeln hilft, um glücklicher zu sein.

Ein weiterer Weg ist, die Möglichkeit sich mit Dingen zu beschäftigen, die wir gerne machen. Wenn diese zudem in Verbindung mit unserem sozialen Netzwerk stehen, ist der Effekt umso größer.

Haben Mitarbeiter also die Möglichkeit am Arbeitsplatz sich zum Beispiel eine 10-Minuten-Auszeit zum Meditieren zu nehmen oder eine Runde Kicker mit den Arbeitskollegen zu spielen, steigert dies maßgeblich das Wohlbefinden.

Eine Übung zum Einstieg könnte sein, die Mitarbeiter aufschreiben zu lassen, was sie glücklich und dankbar macht. Anschließend sollen sich eine täglich 10-Minuten nehmen um einen ihrer Punkte umzusetzen.

4 – Nutzen Sie Stress als Entwicklungsinkubator

Jahrzehntelang war er Krankmacher Nummer eins: Stress. Gift für Körper und Seele. Neueste Studien haben jedoch herausgefunden, dass Stress, je nach Betrachtungsweise, auch positive Auswirkungen haben kann.

Das glauben Sie nicht? Hier ein kleiner Denkanstoß: Blicken Sie auf Ihre Laufbahn zurück – Welche Erfahrungen haben am meisten zu ihrer Entwicklung beigetragen? Ich wette einige sehr stressige Phasen sind unter den Top 5.

Der Schlüssel ist eine positive Sichtweise auf Stress zu entwickeln. Lassen Sie Ihre Mitarbeiter ihre aktuellen Stressoren auflisten und sie unterteilen in steuerbar und nicht steuerbar. Anschließend sollen sie kleine und konkrete Schritte entwickeln, die ihre steuerbaren Stressoren mindern. Nach einem vorab bestimmten Zeitraum werten Sie mit die Erfahrungen mit ihren Mitarbeitern aus und stellen Sie die positiven Erlebnisse heraus. Dieses kontinuierliche Vorgehen führt im Gehirn zur Bildung neuer Gehirnwindungen und führen zu einer positiven und produktiveren Haltung gegenüber Stress.

 

Quellen:

 

https://hbr.org/2012/01/positive-intelligence

 

https://www.inc.com/peter-cohan/6-unconventional-ways-to-make-your-employees-happier-more-successful.html?xing_share=news